Die Kunst des Würzens
admin 16. April 2008
Geht man in die südlicheren Länder selbst nur auf der Speisekarte entlang, entdeckt man ganz schnell, das dort ganz anders gekocht wird als hier zu Lande. Viele sind der Meinung, dass die Gerichte doch nur scharf schmecken würden. Nee, nee gewaltiger Irrtum! Typisch, ist der etwas würzigere Geschmack, aber keinesfalls scharf.
Natürlich gibt es auch Gerichte, die einer gewissen Schärfe bedürfen, dies ist aber keinesfalls die Regel. Es kann schon mal vorkommen, dass für ein Gericht mehr als fünfzehn verschiedene Gewürze verwendet werden oder auch mehr. Mit Gewürzen muss man keinesfalls geizen, denn manchmal sind es die gewissen Geschmacksnuancen die ein Gericht vollenden. Gewürze waren früher in Europa ein Ausdruck von Wohlstand und Reichtum. Doch heute werden Gewürze irgendwie sehr stiefmütterlich behandelt.
Eigentlich schade, denn die Würze ist das Leben. Es ist doch angenehm, wenn ein Essen mit allerlei Gewürzen versehen ist und somit gleichzeitig hilft, dass die Verdauung gleich mit angeregt wird. Es gibt keine Regel, wie viel von welchem Gewürz verwendet werden darf, da die Geschmäcker viel zu unterschiedlich sind. Der eine mag es lieber scharf, der andere mag es lieber milder. Es geht jedoch darum, die Vielfalt der Gewürze schätzen zu lernen. Die Natur bietet sie doch an, warum nutzen wir sie nicht. Viele Köche benutzen immer nur die Selben Standards, wobei man eigentlich meinen müsste, das diese doch öfters über den Tellerrand schauen. Sogar die Fernsehköche kennen sich anscheinen in der Welt der Gewürze nicht aus, den der Grundtext lautet immer Pfeffer und Salz. Die Pfeffermühle steht rechts neben der Pfanne und der Salzstreuer daneben.
Traurig, traurig, denn Kochsendungen sollen eigentlich die verschiedensten Gerichte der Welt dem Zuschauer näher bringen. Deshalb gilt die Devise, wenn die Köche sich schon nicht trauen, tun wenigstens wir es. Erweitern Sie Ihren Speiseplan mit neuen schmackhaften Gerichten und vor allem auch mal mit fremden Gewürzen. Gehen Sie doch mal nach Indien und lassen Sie sich von den unzähligen Currysorten verführen oder nach Thailand, hier geht es ein bisschen feuriger zu. Denn hier sind die kleinen scharfen Teufelchen am Werk – auch Thai-Chilis genannt. Die Schärfe lässt jedoch mit der Milch der Kokos etwas mildern. Exotisch-fruchtig –scharf und frisch, durch die Zugabe von Zitronenblätter ergeben eine ganz neue Geschmacksrichtung, die Europäer so gar nicht kennen. Kardamom und Koriander werden ebenfalls gerne in den Mittelmeerländern benutzt oder Sternanis.
Früher als die Gewürze entdeckt wurden, war es kein Thema, das auch mal ein bisschen kräftiger gewürzt wurde. Doch irgendwann hat sich diese Art zu kochen wieder verabschiedet. Selbst Salz oder die ganz gewöhnliche Muskatnuss beziehungsweise der gemeine Paprika blieben vom Kochtopf verschont und gammelten in den Küchenschränken herum. Okay, man könnte jetzt sagen nur Natur pur ist gesund oder die Variante Salz schadet dem Herzen, Muskatnuss gibt Verstopfung und Paprika ist bitter. Oh, Graus, wozu gibt es dann die vielen Gewürze, wenn diese alle so schlecht sind. Alles in Maßen genossen, sind Gewürze unbedenklich, es sei denn es liegt wirklich eine hochgradige Allergie vor. Doch dann gibt es immer noch genug Alternativen, auf die man ausweichen kann. Man muss also nicht gleich verzweifeln und den Kopf in den Sand stecken. Also einkaufen gehen und ein bisschen stöbern dabei, vielleicht gibt es in Ihrer Stadt ja so ein kleines Gewürzlädchen und sie haben es nur noch nicht entdeckt. Denn diese Händler bieten Ihre Schätze im Stillen an ohne groß die Werbetrommel zu rühren. Getrauen Sie sich ruhig in das Geschäft und lassen Sie sich überraschen.
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